Barrierefreiheit

Nach der Pressekonferenz erwartet mich meine Familie in der Stadt zu einer Einladung zum Eis essen. Die kühle Erfrischung tut bei diesem warmen Sommerwetter gut. Interessiert beobachte ich währenddessen eine Veranstaltung auf dem Rasen vor der Maria-Magdalenen-Kirche. Dort sind Tische und Bänke aufgebaut, und an ihnen sitzen vornehmlich ältere Damen und Herren bei Kaffee und Kuchen. Besonders fällt mir dabei die Vielzahl an unterschiedlichen Gehhilfen auf.

Spontan entschließe ich mich, die gemütliche Kaffeerunde zu besuchen, und erfahre von Pastor Rainer Rahlmeier, daß das Motto des vorangegangen Gottesdienstes „Barrieren überwinden“ lautete. Im Gespräch mit den Seniorinnen und Senioren höre ich, wie schön Veranstaltungen dieser Art empfunden werden, um bei einem kleinen Klönschnack und einer Tasse Kaffee sich mit Freunden und Bekannten über tagtägliche Gegebenheiten zu unterhalten und Neuigkeiten aus der Stadt zu erfahren.

Gerade im Alter ist man oft allein, und da sind solche Zusammenkünfte eine willkommene Abwechslung. Ich stelle mich an jedem Tisch persönlich vor und freue mich über die Gespräche, welche sich sofort ergeben.

Dieses von der Kirche so liebevoll ausgerichtete Kaffeetrinken sowie der vorangegangene Gottesdienst weisen auf zwei Themen hin, bei denen die Stadt im Zusammenwirken zwischen Kommunalpolitik – insbesondere durch die Aktivitäten des Seniorenbeirates – und Verwaltung unseren älteren Bürgerinnen und Bürgern das Leben verschönern und erleichtern kann.

Zum einen gilt es, solche Möglichkeiten des Zusammentreffens zu fördern und weiter auszubauen und Treffpunkte zu schaffen und zu erhalten, bei denen gerade unsere Seniorinnen und Senioren den regelmäßigen Gedankenaustausch mit ihren Freunden und Bekannten pflegen können.

Jedoch ist nicht nur in den Köpfen Barrierefreiheit gefragt, sondern auch auf allen Wegen und Plätzen und insbesondere bei den Zugängen zu Gebäuden, die von jedermann besucht werden. Dabei gilt folgender Grundsatz: Barrierefreiheit ist für 10% der Bevölkerung unerlässlich, für 40% ist sie nützlich und für 100%  – das sind wir alle – ist sie komfortabel. Räumliche Barrierefreiheit dient also allen und ist daher ein absolutes Qualitätsmerkmal für jede Stadtentwicklung.

Bad Bramstedt ist hierbei durchaus auf einem guten Wege. Ich nehme jedoch aus den Gesprächen mit, dass noch viel Verbesserungsbedarf gesehen wird. Als Bürgermeisterin werde ich auf eine konsequente Vermeidung von Stufen und Treppen im öffentlichen Raum achten.

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