Eine Fahrt mit der Kurbahn Bad Bramstedt, der „Moorbahn“

Heute Morgen mache ich mich auf den Weg zur Moorbahn. Ich bin heute eine der ersten Gäste. Freundlich begrüßt mich ein großer Schäferhund. Der technische Betriebsleiter Herr Knopf, erzählt mir, dass es sich um einen ausgebildeten Therapiehund handelt, der jetzt jedoch auf Grund seines Alters im Ruhestand ist. Auf jeden Fall ist er sehr verschmust und begrüßt auch die nachfolgenden Gäste freudig.

Nach dem Kauf der Fahrkarte nehme ich in einem der Wagen der Oskar-Alexander Kurbahn Platz. Die Lokomotive ist mittlerweile fast 60 Jahre alt und wird von Herrn Knopf liebevoll gepflegt und Instand gehalten. Natürlich werden unsere Fahrkarten kontrolliert und auch gelocht, so wie es sich für eine Fahrt mit einer Eisenbahn gehört. Dann geht die Fahrt über die 1400 Meter lange Strecke los. Die Gleise führen durch ein kleines Mischwaldgebiet.

Am Ziel angekommen, steigen alle Fahrgäste aus und Herr Stockmar führt uns zum Hamannssumpf, wie das Moor hier auch genannt wird. Er erzählt uns, dass das Moor einen Millimeter pro Jahr wächst, es also für einen Meter Moor 1000 Jahre braucht.

Währenddessen stehen wir auf Moorboden, der hier zur Regeneration in einem sog. trockenen Becken aufbewahrt wird. Der Boden schwingt angenehm unter den Füssen. Herr Stockmar erläutert die Verwendung des Moores und die Geschichte seiner Nutzung durch die Rheumaheilstätte, heute die Rheumaklinik hier in Bad Bramstedt.

Die Moorbahn ist seit Anfang der 1930iger Jahre in Betrieb, ursprünglich, um das Moor zur Heilanwendung in die Klinik zu transportieren. 40 Jahre später wurde eine Moorpipeline gebaut, und die Gleise der Moorbahn wurden abgebaut. Seit dem Erwerb der restlichen Anlage im Jahre 1998 kümmert sich Herr Knopf gemeinsam mit den ehrenamtlichen Mitgliedern des Fördervereins Deutsche Feldbahn e.V. um den Erhalt der Moorbahn.

Es ist der weitere Ausbau der Feldbahn geplant, und ich bin beeindruckt vom Engagement der Herren. Sie kümmern sich mit ihrer Arbeit auch um den Erhalt des Moores, denn ohne das „Entkusseln“ würde es zuwachsen und im Laufe der Zeit durch den Wasserverbrauch der Bäume austrocknen. So dient neben der touristischen Attraktion diese ehrenamtliche Arbeit auch ein gutes Stück dem Natur- und Umweltschutz.

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